IRL UK: INT

Steigerung des Komforts für die Kühe im und rund um den Melkstand

Dr. Laura Boyle – Teagasc Tierwohl-Forscherin

Steigende Herdengrößen sowie Zeit- und Arbeitseinschränkungen bedeuten, dass Betonböden in Sammelhöfen und im Melkstand eine größere Auswirkung auf die Lahmheit von Milchkühen haben als je zuvor. Kühe müssen länger im Stehen warten, um gemolken zu werden. Gleichzeitig stehen sie unter größerem Druck, sich schnell im System voran zu bewegen. Wenn der Komfort der Kühe in diesem Bereich gesteigert wird, hilft das nicht nur das Lahmheitsrisiko zu senken, sondern beschleunigt auch die Durchgangsraten der Kühe und kann die Melkzeiten verringern.

Aber warum machen wir uns um Lahmheit Sorgen? Lahmheit ist nach Mastitis die zweitschlimmste Krankheit in der Produktion und einer der Hauptgründe für die Schlachtung von Milchkühen. Die Schmerzen, die mit Lahmheit einhergehen, sind ein Hauptproblem im Bereich des Wohlbefindens von Milchkühen. Forschungen aus Nordirland schätzen, dass Lahmheit in Milchkuhherden bis zu 33 % der Tiere betrifft. Das bedeutet, dass ein Drittel aller Milchkühe lahmt.

Weiter südlich, wo Kühe mehr Zeit auf den Weiden verbringen, ist diese Zahl deutlich geringer und liegt zwischen 20 % und 25 %. Aber das ist noch immer zu viel. Wissenschaftler, die für die Europäische Nahrungsmittelsicherheitsbehörde (EFSA) arbeiten, haben in 2009 eine maßgebende Reihe von Berichten über das Wohlbefinden von Milchkühen veröffentlicht. Im EFSA-Bericht über Lahmheit wird zusammengefasst, dass 10 % als die durchschnittliche Verbreitung gelten, wenn man alle Arten von Milchproduktion zusammennimmt, also Weidenkühe, Kühe, die vollkommen ohne Gras leben usw. Eines der Hauptkriterien, um diesen Wert zu erreichen, ist die typische Unterschätzung der Auswirkungen dieses Problems auf das Wohlergehen der Kühe und auf die Finanzen der Betriebe durch den Viehhalter. (Es kann um bis zu 200 € pro Fall von Lahmheit gehen, wenn man nur die Produktivitätseinbußen einkalkuliert.)

In den meisten Fällen kann Lahmheit einfach dadurch verhindert werden, dass mehr Aufmerksamkeit auf die Lebensumgebung der Tiere gelegt wird. Am wichtigsten ist die Beschaffenheit des Untergrundes. In irischen Weidensystemen sind Laufwege und Betonböden einer der Hauptfaktoren für Lahmheit. Trotz minimaler Stallperioden in verschiedenen Teilen des Landes verbringen Kühe dennoch einen großen Teil ihrer Lebenszeit stehend und laufend auf Beton.

Eine Arbeitsstudie des Teagasc 2001 zeigte, dass Melken (in Gruppen oder nicht) zwischen 1,5 und 2,5 Stunden dauert. Es ist unwahrscheinlich, dass diese Zeitspanne sich verringert, auch wenn bei großen Herden die Prozesse effizienter gestaltet werden. Das bedeutet, dass die letzte Kuh, die in den Melkstand eintritt (und das sind immer dieselben Tiere!), bis zu 5 Stunden am Tag auf Beton stehen müssen. Die letzten Kühe sind oft diejenigen, die ohnehin schon Probleme mit Lahmheit haben.

Die Teagasc-Arbeitsstudie zeigte zudem, dass 40 % der Kühe auch nach ihrer Zeit im Melkstand auf Betonboden stehen. Als erster im Melkprozess in der Reihe zu sein, ist also auch keine Garantie dafür, wieder schneller vom Beton herunter zu kommen! Die Unterteilung von großen Farmen trägt zu diesem Problem durch querende Straßen usw. noch bei. Dies kombiniert mit dem Problem, dass Kühe ausrutschen und fallen, wenn sie zur Eile angetrieben werden und in unnatürlichen Positionen auf ihren Hufen stehen und Drehungen um 90 % machen müssen, um zum Ausgang vom Melkstand zu gelangen. Diese Fakten lassen leicht erkennen, dass Gummiböden eine wichtige Rolle im Melkstand spielen sollten.

Kühe fühlen sich sicherer, wenn sie eine gewisse Trittstabilität beim Laufen fühlen. Gummiböden bieten diesen verbesserten Halt im Gegensatz zu Betonböden und sind deutlich sanfter zu den Klauen, da die scharfen Betonkanten ein Gesundheitsrisiko für Klauen darstellen. Des Weiteren dämpft Beton, anders als Gummi, nicht den Aufprall, wenn eine Kuh auf den Boden fällt. Das ganze Ausmaß des Aufpralls wird also von der Kuh absorbiert. Die federnde Wirkung von Gummi hat besondere Vorteile für lahmende Kühe, weil der Druck auf die Hufe reduziert wird. Auch der Heilungsprozess wird unterstützt. Da Kühe entspannter sind, wenn sie bequem stehen, lassen sie sich auf Gummiböden im Melkstand auch leichter melken. Der strategische Einsatz von Gummi kann die Kühe auch dazu anregen, sich zügiger vom Sammelhof zum Melkstand zu bewegen, was den Melkprozess verkürzt.

Die Verbreitung von Lahmheit auf Farmen variiert von 0 % bis 80 %, was bedeutet, dass manche Viehhalter deutlich besser darin sind, Probleme wie Lahmheit zu verhindern als andere. Der strategische Einsatz von Gummiböden in und rund um den Melkstand, im Fütterungsbereich und in anderen Bereichen, wo es zu größeren Aufläufen von Tieren kommt, kann Landwirten dabei helfen, die finanziellen Einbußen, die die Verbreitung von Lahmheit in Milchherden mit sich bringt, zu reduzieren.